Maja
Vieli-Bisig
Vor gut 20 Jahren fand Maja Vieli-Bisig in einem Antiquariat ein Buch (August Aeppli,
Lebens-Ordnungen. Farbe, Ton, Form als Offenbarung.
Thalwil: Oesch,
1944) mit einem
Ton-Farbe-System, das sie von der Philosophie wie von deren Umsetzung her
inspirierte. Seither experimentiert sie mit diesem System und findet immer neue
Möglichkeiten, einen Ton bildnerisch zu gestalten.
Maja Vieli-Bisig schichtet die
Farbe des Grundtons und der jeweiligen Obertöne lasierend übereinander. In ihren
neueren Arbeiten kommen noch verschiedene Strukturen hinzu. So erreichen die
Bilder eine Tiefe, die vom Betrachtenden Ruhe und Zeit erfordern, um sie in
ihrer ganzen Vielfalt erfassen zu können.
Maja Vieli-Bisig ist
nicht nur Malerin, sondern auch Musikerin. Ihre Werke sind als eine
Auseinandersetzung mit den musikalischen Gesetzmässigkeiten sowie deren
Überführung in den Bereich des Sichtbaren zu verstehen. Sie steht damit in einer
Tradition, die bis an den Anfang des 20. Jahrhunderts zurückreicht, nämlich in
der Tradition einer Strömung in der Malerei, in Musik und bildender Kunst
analoge Gesetzmässigkeiten zu sehen. Maja Vieli-Bisigs Arbeiten zeugen
von der gelungenen Umsetzung eines musikalisch-farblichen Systems in ein
konkretes künstlerisches Werk.
Widmen sich die früheren Arbeiten der bildlichen
Konkretisierung von Akkorden, Terzen oder Tonarten, gilt ihre Aufmerksamkeit
heute einem bestimmten Ton mit seiner Obertonreihe. Maja Vieli-Bisig hat für die
farbliche Darstellung eines Tones mitsamt seiner Obertöne ein eigenes System
entwickelt. So trägt sie mehrere Farbschichten aufeinander auf, wobei jede
Farbschicht einen Oberton repräsentiert. Zuletzt überdeckt der Grundton, der ja
auch in der Musik das Hauptgewicht ausmacht, die bereits gesetzten Obertöne.
Das System, die Ordnung sind Voraussetzungen, die Maja
Vieli-Bisig nicht einengen, sondern im Gegenteil für sie den geordneten Rahmen
bilden. Er gewährt ihr einen individuellen Freiraum für die intuitive Arbeit mit
der Farbe, die je nach Stimmung ihre Intensität wechseln kann. Denn wie der Ton innerhalb eines
Systems genau fixiert ist und – je nach Instrument – dennoch ganz
unterschiedlich klingen kann, so ist auch die Farbwirkung in der malerischen
Praxis je nach Emotion wandelbar. Maja Vieli-Bisigs Arbeiten erhalten so eine
individuelle Intensität und Tiefe.

Biografie
1951 geboren
in Zürich
1970–1971
Vorkurs der Schule für Gestaltung, Zürich
1973–1975
Besuch der F+F Schule für experimentelle Gestaltung, Zürich Gleichzeitig
Ausbildung zur Lehrerin für klassische Gitarre
ab1975
Unterrichtstätigkeit an der Jugendmusikschule der Stadt Zürich
ab 1989
Intensive Auseinandersetzung mit dem Phänomen „Farbe-Klang“ und dessen Umsetzung
in Acrylbilder
seit 1991
freischaffende Künstlerin
Es entstehen Acryl- und Farbstiftarbeiten, welche die Beziehung
Ton-Oberton-Farbe zum Thema haben. Stimmbildung und Ausbildung in freier
Improvisation. Auftritte mit improvisierter Musik in verschiedenen Formationen.

Solo Shows / Einzelausstellungen
2011
Galerie Zimmermannhaus, Brugg
(mit Michael Eul)
2010
"Frisch", Visarte, Zürich
2008
"Der Raum ist ein Schwärmen in den Augen, die Zeit ein
Singen in den Ohren.", Galerie Schlégl, Zürich (mit Nelly Rudin)
2007
Galerie Zimmermannhaus, Brugg
(mit Ruth Senn)
2005
Kunstsalon Wilde Gans, Berlin
2004
Galerie Zimmermannhaus, Brugg
(mit Gido Wiederkehr)
2001
Galerie Schlégl, Zürich
(mit Hans Jörg Glattfelder)
Galerie Zimmermannhaus, Brugg
(mit müller-emil)
1998
Galerie Schlégl, Zürich
1995
Galerie Stadt-Mühle, Bern
1994
Galerie Ruth Allemann, Zürich
1993
Galerie Ruth Allemann, Zürich
Gruppenausstellungen (Auswahl)
2011/12
Winter Group Show, Galerie ART FORUM UTE BARTH, Zürich
2010
Summer Special, Galerie Schlégl, Zürich
2006
TAKE OFF, Hebel 121, Basel
"35", Galerie Schlégl, Zürich
2003
Concrete Reality and Reflection
Part III, Galerie Schlégl, Zürich
2000 - 2001
Universalkasten, Edition Howeg,
verschiedene Galerien und Museen
in Europa
1999
Im Gedenken an Camille Graeser,
Galerie Schlégl, Zürich
1996
Concrete Reality and Reflection
Part II, Galerie Schlégl, Zürich
1994
46 x Zweidimensional, Haus für
konstruktive und konkrete Kunst, Zürich
1992
Galerie Ruth Allemann, Zürich
bis Dezember 2011 vertreten von der Galerie Schlegl, Zürich
Das Buch, das Maja Vieli inspiriert hat:
August Aeppli (1915-1954), Lebens-Ordnungen.
Farbe, Ton, Form als Offenbarung.
Thalwil: Oesch,
1944

Aeppli beschreibt Zusammenhänge zwischen Tönen/Intervallen/Akkorden/Tonarten
und Farben. Beim Lesen sind musiktheoretische Kenntnisse von Vorteil, vor
allem, was die Intervallstruktur von Skalen und Akkorden betrifft. Er hat
ausführliche Forschungen betrieben und ein eigenes System entwickelt, das die
Zusammenhänge zwischen Tönen und Farben erklärt.
Die Lektüre diese Buches war der Anreiz und die Grundlage für Maja Vieli-Bisig,
sich in ihren Kunstwerken mit "Klangfarben" (Tönen und Obertönen etc.)
auseinanderzusetzen.
>
ÖFFNUNGSZEITEN DER GALERIE
Dienstag – Freitag 11 bis 18 Uhr, Samstag 11 bis 15 Uhr und nach telefonischer
Vereinbarung.
Tel. (+41) 044 380 27 11

ART FORUM UTE BARTH
Galerie für Moderne & Zeitgenössische Kunst
Kartausstrasse 8 CH-8008 Zürich
Tel. +41 44 3802711 Fax +44 3802713
www.moderne-kunst.ch
Email
©
Ute Barth

designed by

|
LINKS
HOME
|